eskapismus

Eskapismus (von engl. to escape) ist eine Denkstrategie, die es einem Individuum erlaubt, mit dem Geist in ferne, fantastische Welten zu reisen.

Ursprünglich war der Begriff sowohl von Vertretern des Establishments als auch von den Libromanten despektierlich gemeint. Es wurde kritisiert, dass pickelgesichtige Jungen ihre pubertären Komplexe mit der Streitaxt oder dem 400 GW-Bergbau-Laser kompensieren, anstatt sich mit den Anforderungen der harten Realität auseinanderzusetzen, wie etwa gegen Atommüll zu demonstrieren, Fangprämien beim Wechsel des Aktiendepots einzustreichen oder ihrer Umwelt auf den Wecker zu fallen. 

In einer Weiterentwicklung des Konzepts durch Fitch Dorkleson erfuhr der Begriff eine Aufwertung. Dorkleson argumentiert parallelsemiotisch: Da die sog. Realität der Textwirklichkeit neben- und nicht untergeordnet ist, ist eine Bewertung der eskapistischen Tendenz klar abhängig von der jeweils beschrittenen Welt. Der Weltrettung förderlich sind dabei natürlich positive Utopien sowie Science-Fiction-Texte.