dolfmitwolf

  Don't try this at home!

„Der Mensch ist des Menschen Dolf.“
Friedhelm von Kalau (1860 – 1935)

Dolf Cohn-Restik ist der anarchische Geist der Cerebrosophischen Liga und hat damit eine Sonderstellung im Triumbierat inne: Es geht um die endlichdimensionale Sphäre des Fehlerhaften als Teilmenge der verdrängten, dunklen Regungen, die uns zu Handlungen bewegen, in Folge derer wir nicht mehr zu Cocktailpartys eingeladen werden. Dies sind aber die Bezirke, in denen das Wildern beginnt. Man taucht hinab, auf der Suche nach schnellen unverbindlichen Abenteuern des Geschlechts, sieht sich einem Zerrbild dessen konfrontiert, was man einst zu sein glaubte, um sich jedem Läuterungsgedanken zu verschließen. Die Warnrufe der Spielverderber bleiben ungehört, die Zeichen ungelesen. Es gibt keine Wiedergeburt als neuer Mensch, keine Selbstrettung durch Weltrettung, kein Aufsteigen ins Licht. Der zerbrochene Spiegel ist auf einmal mehr als eine verbrauchte Metapher, das Irren kommt dem Leben gleich. Du taumelst, stürzt schließlich in eine Pfütze aus Sekreten des Körperlosen, dessen Lachen die Hoffnung verhöhnt und dessen Rektum den Horizont bildet für schrecklichere Absurditäten. Es ist vorbei. Und schlimmer noch: Es hat nie begonnen. Die Zeit war gestern, aber es war die falsche.

Und Dolf? Er steht lächelnd an der Bar, hält einen Plausch mit der Gastgeberin, die sich wundert, wo du abbleibst. Sie ahnt die Wahrheit wohl, aber schon bald bist du vergessen...

Die wahrscheinlich in allen Belangen am schwersten zu packende Entität, die das Universum in seiner unendlichen Vielfalt sich geboren hat. Hier geben wir wieder, was die Hymalayayogi über den Chronisten zu wissen glauben, allerdings nach einer Überlieferung der Mme Blavatzky, welche nur als Randnotiz einer handschriftlichen Vorabversion von "Isis unveiled" festgehalten wurde, aber unveröffentlicht blieb; dies jedenfalls soll er Nachlassverwalter der Blavatzkaya in einem unvorsichtigen Moment seinem Fahrer erzählt haben, der mit meinem Onkel regelmäßig ein Londoner Pub namens "Finnegan's Wake" (sic!) aufsuchte, was aber nur seine Schwester (meine Mutter) erfahren hat, welche es auf dem Sterbebett dem Pfarrer mitgeteilt hat (um ihn neidisch zu machen), worauf er es mir – es heißt jedenfalls so:

Der Chronist ist das älteste Wesen des Universums, möglicherweise noch älter als das Universum selbst. Er existiert wenn auch meist nur latent in allen Raum-Zeit-Kontinua, in allen Momenten gleichzeitig, ist also panchronistisch und omnilokal. Er ist das einzige Wesen, das zur Objektivität fähig ist und damit prinzipiell allmächtig, in erster Linie jedoch  allwissend. Jedoch ist er nicht in der Lage, das Wissen zu verarbeiten oder zu speichern. Daher greift er nicht in die Geschicke der Welt ein, sondern behält grundsätzlich die Beobachterposition bei und fügt seine Beobachtungen eher zufällig dem Weltwissen hinzu, bevor er sie vergisst.

Viele Kulturen verehren den Chronisten als zentrale oder als nebengeordnete Gottheit. Die Legenden ähneln sich in dem Punkt, dass es sich um ein waberndes, schwachsinniges Etwas handelt, das im Zentrum unserer Galaxis Sternenstaub inhaliert und auf unseren Welten nur selten wahrgenommen wird, weil uns die Fähigkeit dazu abhanden gekommen ist.  Einer seiner Namen ist möglicherweise Nyarlathotep, ein anderer lautet 311480452323895734857669743597319, ein dritter Ernst.

Nur selten materialisiert sich der Chronist in unserer Welt, und wenn dies passiert, ruft seine Präsenz bei uns Schrecken und maßlose Ehrfurcht bis hin zu Anwandlungen von Wahnsinn hervor. Dies hat dazu geführt, dass die auf den Chronisten zurückgehenden Eintragungen in der Datenbank auf Strygnon Beta (siehe: Lexikon) über das Verhalten der menschlichen Rasse nicht eben schmeichelhaft sind. 

Hagbard Celine

Würden Sie diesen Mann an Ihr Periskop lassen?

Geburtsdatum unbekannt. Ursprünglich amerikanischer Staatsbürger mit einem doppelten Hochschulabschluss in Schiffbau und Juristerei (Letzteres gab er jedoch selten öffentlich zu) sowie alter Saufkumpan von Timothy Leary, mit dem er exopsychologische Studien (zumeist als Proband) betrieb.  Später erzielte er Erfolge als Verschwörungstheoretiker, der sich gleichermaßen als Gegner wie auch Mitglied des Illuminatenordens ansieht. Freunde sagen, er sei so verschworen, dass er selbst nicht mehr weiß, an welcher Verschwörung er teilnimmt; seine Gegner halten ihn dagegen einfach nur für schizophren. Celine ist Begründer des Diskordianismus und seit den Achtzigerjahren abgetaucht. 

 

aiwass1
Der Aiwass, wie er sich dem Magier Aleister  Crowley nach dem Konsum von vier Pfund Spice präsentiert hat.

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So ist der Aiwass auf einer Sitzung des Triumbierats erschienen, um den eigenen Artikel  im Lexikon der parallelen Semiotik zu diktieren.  Leider ist der notierte Text  irgendwie verschollen...

Engelhaftes oder geisterartiges Wesen, das großen Propheten und Mahatmas erscheint, um ihnen das ewige Wissen zu offenbaren. Dabei wird eine mehr oder weniger direkte Verbindung mit der transtemporären Datenbank auf Strygnon Beta hergestellt (siehe auch: Lexikon). Um Übertragungsfehler zu vermeiden, ist beim Aiwass (im Gegensatz zu anderen spiritsmologischen Entitäten) neben diversen kleineren Bedingungen unbedingt zu erfüllen, dass

  • der/die Beschwörende des Altgriechischen mächtig ist;
  • irgendwo Weihrauch verbrannt wird;
  • Klobrille und Fingernägel einer rituellen Reinigung unterzogen wurden;
  • sich keine Tonträger mit Aufnahmen der Bee Gees im Umkreis von 384.399 km um den Ritualort  befinden.

Das Erscheinungsbild, mit dem sich der Aiwass dem Beschwörenden präsentiert, ist nicht konstant, sondern hängt stark von dessen koprosophischer Ausrichtung ab und erlaubt Rückschlüsse auf den ontopsychotischen Verschwurbelungsgrad. Die Erscheinung ist damit in doppeltem Sinn zeichenhaft. So hat Dr. Faust den Aiwass als Erdgeist erblickt, Dr. Gehirnthaler erschien er als Knürratan, niederen Mahatmas zeigt er sich als schäbiger kleiner Wurzelsepp.

Folgender Dialog wurde heimlich bei einer spiritistischen Sitzung der in Dortmund ansässigen "Loge zu den vier Brauereien" aufgezeichnet:

A: Es war G'Lan. Ich habe ihn mit meinen eigenen Augen gesehen. Er schoss geradezu herunter - wie es die alten Geschichten erzählen.

B: Nein, nicht G'Lan. Drosalla, deren Licht die Welt erfüllt.

C: Das spielt doch keine Rolle. Es ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen für das kommende Jahr. Dieser Ort ist gesegnet. – Und Sie, Herr Botschafter, was haben Sie gesehen?

D: Nichts. Ich habe gar nichts gesehen.

 

lemur

Die schamlose Frau mit ihrem lemurischen Buhlzwerg (Bronzefigur, unbekannter Schöpfer, wohl um 1860). Dieses Foto befand sich als Lesezeichen in Lanz' Exemplar von Spenglers "Untergang des Abendlands".

Kein Witz! Die Ariosophie entstand an der Schwelle zum 20. Jahrhundert aus der Theosophie und besagt, dass Teile der Menschheit sich zu Göttern entwickeln, die große Mehrheit aber zu lemurischen Affenwesen degenerieren. Derartige Rückzüchtung soll - wenn man Jörg Lanz von Liebenfels, dem Vater der Ariosophie, Glauben schenken möchte - ihren Ursprung darin haben, dass zügellose Frauen ihre Gier nach fleischlicher Befriedigung mit dahergelaufenen Affen gestillt haben, während ihre blonden und tugendhaften Männer ihr Schwert polierten oder die Flöte bliesen.

Als Ergebis dieser genetischen Degeneration sehen Ariosophen und Theozoologen diejenigen Ethnien, bei denen (Anfang des 20 Jahrhunderts) die Benutzung von Messer und Gabel ebensowenig zu den Primärtugenden gehörte wie eine profunde Bibelkenntnis. Zusammen mit der Weltreislehre bildet die Ariosophie den esoterisch-weltanschaulichen Bodensatz des Dritten Reichs.

Auch wenn aus Gründen politischer Korektheit solche Theorien heutzutage nur noch bedingt mehrheitsfähig sind, soll man den Aspekt der Degeneration nicht außer Acht lassen - das "Dschungelcamp" liefert einen plausiblen Beleg.

sternbild papagei

Das Sternbild Papagei im "Liber Astra Holstenensis" des großen Astrologen Horribiliscribrifax

Aufgrund der Arbitrarität des Zeichens sehen verschiedene Kulturen in den Sternen verschiedene Bilder, d.h., sie verbinden die Sterne zu unterschiedlichen Mustern. So kommt es, dass die Atzteken oder die nordamerikanischen Indianer ganz andere Tierkreiszeichen haben als die Mitteleuropäer oder die Chinesen. Mischformen sind z.B. in Europa zu finden, wo die Tierkreiszeichen nicht unbedingt Tiere darstellen, wie die Jungfrau, der Schütze oder der Wassermann belegen.

Den Kulturen gemein ist jedoch die Fähigkeit, aus der berechneten Bewegung der Himmelskörper verschiedene zukünftige Ereginisse vorherzusagen, wie den Beginn der zweiten Weltkriegs, die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die Erfindung hormoneller Kontrazeptiva oder die Ankunft des Messias in Bethlehem. Heute beschränken sich die Astrologen auf die Erstellung von Computerhoroskopen und Zeitschriftenkolumnen. Wegen unzureichender Hardware sind beide Textsorten grundsätzlich fehlerhaft, sodass sie von den frevelhaften Klimbims als politische Waffe missbraucht werden.

Im allgmemeinen Verständnis ist ein Betrug einer Manipulation der Welt und ihrer Wahrnehmung durch andere Individuen, um sie an die allgemein gültigen Grundannahmen über die Realität (sog. Vorurteile) anzupassen und die Menschen damit zu beeinflussen. Eine Lüge ist dasselbe, nur dass die manipulativen Handlungen ausschließlich aus dem Pool der sprachlichen Zeichen im engeren Sinn (sprechen oder schreiben) entnommen werden,

In der parallelen Semiotik ist nicht nur die letztgenannte Unterscheidung hinfällig. Gemäß dem dritten ontologischen Gesetz ist jede Form der Lüge eine Fiktion mit demselben Realitätsgehalt wie die Wahrheit.

 

Siehe auch: Glaubwürdigkeit.

In der traditionellen Medizin ist Blut neben Eiter, Schleim, Galle und Meerrettichpaste einer der fünf magischen Säfte (Substanzen), die unsere körperlichen und seelischen Prozesse steuern. In Deutschland hat Blut noch eine weitere Bewandtnis als Träger von (genetisch codierter) Information über Sauberkeit, Demut und Fleiß: Beim Zeugungsakt vermischen sich das Blut von Mann und Frau, so dass das Kind Merkmale beider Eltern bekommt. Deutschtum wird natürlich über die männliche Stammlinie vererbt und auch nur an sparsam pigmentierte Menschen. Diese auf der Ariosophie fußende Ansicht wird mittlerweile nicht mehr von allen Angehörigen des deutschen Establishments geteilt.

Tochter Nummer 5 aus Nacht Nummer 4
sagt zu Vater Nummer 1: Ich glaub, ich kollabier!
Schau dir mal meine Haut an, so weiß und schier.
Und Vater sagt: Was war denn das für'n Tier?
Komm, wir fragen Mutter Numer 2, mit wem sie das gemacht.
Aber Mutter Nummer 2 verbrachte grad die Nacht
mit Sohn Nummer 7 - im Stau auf der A 8.
(THC: Highway 61)

cerebrosophie

Logo der cerebrosophischen Liga

Religiös-spiritueller Überbau des Gehirnthalerismus ohne kirchliche Dachorganisation oder religiöse Würdenträger. Auch Dr. G. lehnt eine solche Rolle außerhalb der cerebrosophischen Liga ab. (Diese ist eine geschlossene Gruppe von Gehirnthaleristen, Parallelesemiotikern und MIND UNDER CONSTRUCTION-Redakteuren.) Nichtsdestoweniger bleibt es Ihnen unbenommen, die Cerebrosophie zu Ihrem Bekenntnis zu machen, finanzielle Zuwendungen in beliebiger Höhe zu leisten und das Projekt "Rule this Planet!" zu unterstützen. Nur auf Erlösung können Sie nicht hoffen.

Grundlagen der Cerebrosophie sind die Exopsychologie, der gepflegte Zirkelschluss und die Svarnetik. Der Kern der cerebrosophischen Lehre ist in den folgenden goldenen Regeln zusammengefasst:

  1. Fallen Sie nicht auf Binsenweisheiten selbsternannter Heilsbringer herein, sondern bewahren Sie einen allzeit kritischen Geist!
  2. Leute, die zu viel lachen, arbeiten zu wenig.
  3. Fragen Sie sich ständig: Warum bin ich überhaupt auf der Welt?
  4. Belasten Sie sich nicht mit alten Freunden. Halten Sie nur noch Kontakt zu Menschen, denen Sie emotional verbunden sind, die Ihrer Karriere zuträglich sind oder die Ihnen Geld schulden.
  5. Denken Sie bei allem, was Sie tun: Wenn ich es nicht mache, macht es jemand anderes.
  6. Denken Sie bei allem, was Sie nicht tun: Wenn es jemand anders macht, muss ich es nicht.
  7. Wenn Ihnen jemand auf die Nerven fällt, stellen Sie sich ihn einfach nackt vor. Oder besser: Stellen Sie sich Scarlett Johansson nackt vor.
  8. Das Leben ist zu kurz, um sich über ein kaputtes Auto zu ärgern. Verschrotten Sie die alte Mühle und besorgen Sie sich einfach ein neues.
  9. Beginnen Sie jeden Tag mit einem ausgiebigen Blick in den Spiegel. Vergessen Sie aber nicht das Zähneputzen.
  10. Trinken Sie nicht mehr als zwei Flaschen Wein zum Frühstück. Das belastet die Leber und die ist das wichtigste Organ im Körper.
  11. Sprechen Sie Klartext! Unpassende und abgegriffene Metaphern sind die verbogenen Schlüssel in den rostigen Vorhängeschlössern des Lebens.
  12. Suchen Sie nicht nach Tippfehlern! Klugschießer köönen wir heir nihct gebracuhen!

Das älteste und bevölkerungsreichste Land der Erde. In China wurden das Papier, die Bürokratie und das Schießpulver erfunden, ebenso der Kompass, die Banknote und die Wassertropfen-Folter. Auch das Porzellan kommt aus China - weshalb auch der Begriff China-Syndrom eine Reaktorkernschmelze bezeichnet, die für eine porzellanähnliche Verglasung des unter dem Reaktor liegenden Erdreichs sorgt.

Und weil im chinesischen Silbenalphabet die Zeichen für "Miau" und "Muh" fast identisch sind, kommt auch die Vegetarierbewegung aus China. Damit ist China die Wiege der europäischen Kultur.

Das Land besteht aus vier Kantonen: 1. Tibet, da kommt der Dalai Lama her; 2. Mandarin, da kommen die Enten und die Clementinen her; 3. Nepal, da kommt eine gelbe harzige Substanz her, von der Sie tunlichst die Finger lassen sollten; 4. und schließlich noch eine ohne Namen, aus der kommen Waffen für Robert Zugabe-Mugabe und Großaufträge für die deutsche Industrie.

Die Hölle ist ein Großraumbüro. Dort ist man gezwungen, an rückenschonenden Arbeitsplätzen Akten zu bearbeiten, Formulare auszufüllen, Meetings mit Abteilungsleitern abzuhalten, in welchen die Umsetzung neuer Verwaltungsvorschriften geplant und/oder evaluiert wird, sowie neue Akten zu erstellen. Da dieses System sich selbst trägt, ist es für die Ewigkeit gedacht, im Gegensatz zum Fegefeuer, das vom Großraumbüro durch Brandschutzwände abgetrennt ist.

Gott ist ein Hedonist, daher kommen nur Bürokraten und andere Angehörige des Establishments in die Bürokratenhölle, die von ihrem Tod nichts mitbekommen haben, sondern denken, sie wurden in eine andere Abteilung versetzt. Somit liegen Erlösung und Verdammnis dicht beieinander.

buerokratie

Herrschaftsform, die im alten China nach der Erfindung des Papiers entwickelt wurde. Mit der Bürokratie bekam das Papier einen sinnvollen Zweck, weil Schei-Scho der Siebenundzwanzigste verfügte, dass jeder Chinese bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres mindestens drei Formulare auszufüllen habe. Die Durchsetzung dieses Gesetzes mithilfe des ebenfalls gerade erfundenen Schießpulvers trug wesentlich zur Erhöhung der Alphabetisierungsrate in China bei.

Schießpulver und Bürokratie wurden in Europa gern aufgenommen und helfen bis heute, Revolutionen und Reformen gleichermaßen zu verhindern. Dabei wird etwa im deutschen Steuerrecht das Prinzip des Gehirnthalerismus angewandt. Da jede Verwaltung wiederum verwaltet werden muss, ist Bürokratie vom Wesen her stark zirkulär, in der prozess-organsiatorischen Praxis jedoch hart an der Grenze zur Schwurbulenz.

Wenn Bürokraten sterben, kommen Sie in die Bürokratenhölle. Das finsterste Verlies darin ist jedoch für die Schlaumeier reserviert, die ganz feinsinnig zwischen Bürokratie und Bürokratismus zu unterscheiden wissen.

blavatzkaya

Auf diesem Bild hat sich der verborgene Mahatma versteckt. Finden Sie ihn?

Eine russische Edelfrau, die sich schon als junges Mädchen durch die reichhaltig bestückte okkulte Bibliothek ihres Großvaters las. Nach verschiedenen Ehen und Tätigkeiten als Kunstreiterin, Gesangslehrerin und Tintenfabrikantin suchte sie verstärkt nach Erleuchtung und fuhr mit einem eigens für dies beschwerliche Reise konstruierten Fahrzeug nach Indien und China, um konfuziobuddhistische Tempel zu besuchen. Dort freundete sie sich mit einem bis daher verborgenen Mahatma an und studierte bei ihm die Weisheiten der Hymalayayogi. Dieser stattete sie gleich mit den höheren Weihen (und damit der Erlaubnis, einen Teil der Lehren der Hymalayayogi zu veröffentlichen) aus, bevor er wieder dematerialisierte. Blavatzky begründetete daraufhin die Theosophie, in der sie die Erkenntnisse der Wissenschaft, die Prinzipien verschiedener Weltreligionen und den Inhalt von Briefen vereinte, die ihr der Verborgene Mahatma zukommen ließ.

Die geisterhaften Kanäle, durch die die Briefe transportiert wurden, versuchte man später als Schwindelei zu diskreditieren, aber selbst Joseph Smith, der Begründer der Mormonenkirche, verbürgte sich für sie, sodass Mme Blavatzky über jeden Zweifel erhaben sein sollte.

bier

Bierwerbung für Shoggoth's Old Peculiar, so gesehen an der Fassade des Lassiter in Kronshagen.

Flüssige Substanz, die der Muskelentspannung sowie der Kreislaufdämpfung vor der Reise durchs Weltall mithilfe von Stoffumwandlungsstrahlen dient. Von besonderer Bedeutung für die parallele Semiotik sind drei Sorten: Shoggoth's Old Peculiar, weil es m.o.w. direkt die Kronshagener Deutung initiiert hat, sowie Forindt Koelsch und Dontfisch-Lorke, weil schon der Konsum geringer Mengen autoren- bzw. rezipientenseitig zu einer postmodernen Ebenenverschwurbelung führen kann.

Bier auf Hawaii (8-Takte-Blues):

Es gibt kein Bier, es gibt Bier auf Hawaii,
Drum fahr ich niemals, niemals nach Hawaii.
Es gibt kein Bier, kein Bier in Düsseldorf oder Köln,
nach Kölsch und Altbier muss ich meistens belln.
Es gibt kein Bier, es gibt kein Bier im Bayernland,
Was die dort saufen, wird falscherweise so genannt.
Es gibt kein Bier, es gibt kein Bier im Walsertal,
Es gibt kein Bier, die blöden Ötzis könn' mich mal!

(Trad., arr.: Gehirnthaler)

Politischer Arm des Establishments. Fälschlichen Behauptungen zufolge eine Atom-Sekte. Da die Funktionäre der Partei aber keine ernst zu nehmende Heilslehre verkünden, sondern eher macht- und wirtschaftspolitischen sowie ganz eigenen Interessen nachgehen, sollte man eher von einer Atom-Loge sprechen.

atommuell

Bildquelle: wikipedia.

Etwas, das keiner sucht, das aber trotzdem immer wieder auftaucht, also das Gegenteil von Kohärenz .

Langfinger-Ede sagt zu König Luipold:
Ich hab tausend Kondome in Schwarz-Rot-Gold
und 'nen alten Trabbi, der nicht mehr rollt.
Den ganzen Kram hab ich doch nicht gewollt!
Was soll ich nur damit machen, das Zeug wird langsam ranzig!
Kein Problem, sagt Louis, fahr einfach nach Danzig
und schmeiß den ganzen Mist auf die A 20.

(T. Denkforsch: Highway 61)

demokrit

Demokrit, der Begründer des Atomismus, ist sichtlich zufrieden mit seiner Entdeckung (Gemälde von A. Coypel).

Atome sind dem Wesen nachunteilbare Teilchen, die aber gemäß neuerer Interpretationen der Quantenphysik über einen Raumbereich verschmierte Entitäten sind, die demnach erst recht nicht teilbar wären. Teile von Ihnen, nämlich die Kerne, können aber doch gespalten werden. Dabei wird eine Menge Atomkernspaltungs-Energie frei und - wenn dieses in einem Atomkernspaltungskraftwerk passiert - eine noch größere Menge Atomkernspaltungskraftwerksabfall, sog. Atommüll, entsteht. Nebenbei entsteht eine immense Menge Kohle, die aber nicht freigesetzt wird, sondern durch Buchungstricks ganz schnell wieder verschwindet. (Deshalb ist es auch unabdingbar, neue Kraftwerke zu bauen, woraufhin noch mehr Kohle verschwindet u.s.w.).

Diese Buchungstricks funktionieren etwa so selbstverständlich wie das Verkürzen der Fachbegriffe ("Atomkernspaltungskraftwerksbetreiber- und Atomkernspaltungskraftwerksabfallentsorgerlobby" wird zu "Atomlobby"), um sie in der Alltagssprache verwendbar zu machen und die wesentlichen Informationen zu verschleiern (siehe auch: Simplifikation).

Da hierbei auch das Risiko von Atomkernspaltunskraftwerksbetriebsunfällen (kurz: Störfälle) besteht, bei denen energiereiche Strahlung freiwerden kann, haben wir hier die Chance einer DNA-Reprogrammierung und damit die Hoffnung, die in der Sackgasse steckende Evolution wieder ein bisschen anzupieksen, um eine galaktische Superrasse zu züchten, mit den Gott-Astronauten Kontakt aufzunehmen oder einfach nur mittels Röntgenblick der hübschen Nachbarin die Wäsche zu durchleuchten. 

Diese Chance böte sich übrigens auch, wenn man, ansattt Kraftwerke zu betreiben, die Spaltungsreaktion in einer Nuklearwaffe stattinden lassen würde, und eine Menge hässlicher Häuser wären weg. (Naja, aber auch eine Menge schöner Häuser, Kirchen, Kneipen und Kindergärten. Vielleicht doch keine so gute Idee.)

henry chinaski
F. Kolnitsch: Henry "Hank" Chinaski (2005).

Ein Lyriker und Prosaautor aus Hollywood. Erlangte Berühmtheit durch seine explizite Schilderung alkoholischer und sexueller Exzesse. Gerüchteweise soll er mit Perla La Gadeon die Schriftstellergruppe Writing Is A Drinker's Desease (WIADD) gegründet haben.

Ein handvoll verhinderter Parallelsemiotiker hat erfolglos versucht, einen Nachweis zu führen, Chinaski sei ein Beispiel für negativen semantischen Transpersonalismus, weil sein Name zwar auf China verweise, in seiner Person aber keine der chinesischen Nationalkultur zuzuordnenden Eigenschaften relisiert sei. Chinaski selbst habe Fin Kodtsroechl (2003) zufolge nur einmal im Leben Reisschnaps getrunken und danach "herzlich gekotzt". Sein Standardgetränk war nämlich deutscher Weißwein und wer da irgendeinen Hinweis auf eine mögliche deutsche Abstammung hineininterpretiert, wird mit Teenagervsampirschmonzetten nicht unter zwölf Bänden bestraft.

akasha

1. In der indischen Philosophie bezeichnet Akasha eines der fünf Elemente, den Äther. Dieser ist der feinstoffliche Anteil der Materie, der alles durchdringt, und damit Trägersubstanz von Skalarwellen, Erdstrahlen und PSI-Feldern.

2. Mme Akasha, 1871 - 1918, Geburtsname nicht überliefert. Eine nordindische Tänzerin und Liebessklavin am Hof des Großmoguls Ali Ben Rambambari. Da sie insgeheim mit dem  englischen Statthalter Sir Steven Rottpott verbandelt war, lenkte sie so hinter den Kulissen die Geschicke von Kaschmir und anderen Provinzen der Hymalayayogi. Nach dem Tod des Großmoguls baute sie mit Rottpotts Unterstützung ein Meditationszentrum namens Devachan auf, das viele europäische Sinnsucher anlockte. So  verfielen ihr zunächst Rudolf Steiner (dessen Annäherungsversuche erfolglos blieben) und schließlich - 10 Jahre später - Dr. Spunda. Dieser wollte sie sogar nach Österreich heimführen und in Maria umtaufen lassen.  Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde das Paar jedoch getrennt. Gegen Ende des Krieges fiel Devachan einem Brandanschlag antibritischer Fundamentalisten zum Opfer. Akasha kam in den Flammen um.

Gemäß dem Konzept des semantischen Transpersonalismus gilt Mme Akasha als Beleg dafür, dass es sich bei dem fünften Element um die Liebe und nicht den Äther handelt.

Nach Flinck: Dysfunktionalität systeminvarianter Emergenz (Berlin 1992) gibt es zwei Möglichkeiten der systematischer Theoriebildung und damit der Kategorisierung: die esoterische und die digitale. Beispiele für digitale Systematisierung wären etwa die Acht Dynamiken der Scientology-Kirche, die spiraldynamische Bewusstseinsskala nach Beck und Wilber, die acht neuronalen Schaltkreise  oder die ontischen Differenzen bei Heidegger, die esoterische Siebenheit findet sich in der Theo-, Anthropo- und Ariosophie, den Stufen postrevolutionärer Gesellschaftsentwicklung bei Lenin sowie dem Leitfaden für Anlageberatung in der Volksbank Süderbrarup.

Beide Wege ermöglichen die systematische Erfassung ontologischer Klassen, jedoch sieht der erste Weg sieben (Meta-)Kategorien vor, der zweite acht (= 2³). Kommt es zu einer wie auch immer gearteten Hierarchisierung dieser Klassen, lässt sich eine Kongruenz der Supinal- und der Supremalklasse zeigen; somit sind Klasse 7 (esoterisch) und Klasse 8 (digital) identisch, sodass letzlich allein aus arithmetischen Gründen keine Deckung der Klassen 2 bis 6 bzw. 7 zu gewähren ist.

Kulturen, die beide (Meta-)Systeme nebenher benutzen, sind somit früher oder später Opfer von Rechenfehlern, wie z. B. die Gott-Astronauten.

aristoteles

384 - 322 v.u.Z. Neben Solon, Sokrates und Thiropitakos sicher der bedeutendste griechische Philosoph, der als Erstausstatter der protomaterialistischen Substanzlehre sowie der Poetik (der Lehre von den Fiktionen) von heruasragender Bedeutung in der parallelen Semiotik ist.

Seine Karriere hätte viel erfolgreicher ausfallen können, als es der Fall war; so lernte er Lesen und Denken bei Platon und wurde später als dessen Nachfolger als Inhaber und Leiter der Akademie gehandelt. Als sich jedoch herausstellte, dass er kein Athener Bürger war, wurde ihm  dieses Amt verwehrt - er verdingte sich  als Privatlehrer von Politikersöhnen und machte später eine eigene Denkerschule auf.

Lange nach seinem Tod wollten einflussreiche Kreise in der katholischen Kirche ihn in den Kreis der Apostel einreihen und seine Werke, die ohnehin Grundlage das abendländischen Denkens waren, damit inhaltlich sowie urheberrechtlich vereinnahmen. Ein Ferngutachten des Dalai Lama identifizerte Aristoteles aber postum als Träger der Mahatma-Seele und disqualifizierte ihn damit für diese Würde. (V. Wiese [1987] hingegen behauptet unbewiesen, die Ernennung zum Apostel sei daran gescheitert, dass Aristoteles' Schriften zunächst im islamisch-arabischen Kulturraum bekannt waren und dann erst das Abendland erreichten.)

Zu Lebzeiten wusste Aristoteles sich jedoch gut in Szene zu setzen: So warf er noch zu Platons Zeiten die Frage auf, ob Materie eine Substanz oder eine Eigenschaft von Substanzen sei, um diese Frage selbst in seiner Metaphysik (genauer: im dritten Band, der "Substanzlehre") zu beantworten. Dieses fürderhin als attische Rochade bekannte Vorgehen wurde von späteren Philosophen wie Fichte, Schopenhauer und Freilingwurz gern kopiert.

architekten

Gerüchte über Architekten:

1. Es gibt eine große internationale Architektenverschwörung. In Wirklichkeit sind nämlich alle Architekten mit geheimen Mächten im Bunde und bereiten die extraterristrische Invasion vor. Dazu planen Sie für horrende Beträge möglichst abscheuliche Glasbetonklötze, wodurch a) die Volks- und Privatwirtschaft geschwächt wird und b) die Menschen durch den Anblick dieser hässlichen Bauten psychsich auf m.o.w. subtile Weise destabilisiert werden, bis hin zu Depression, Selbstmord und Amoklauf. Wenn dann die Alienflotte über den Großstädten auftaucht und die Skylines mit Protonenfeuer einebnet, werden die letzten Bewohner der Erde, die noch nicht im Knast oder in der Klapsmühle sind, die Angreifer als Befreier bejubeln, anstatt sich zu wehren. Ein Beweis für diese Theorie findet man in einer Zeugenaussage Lt. James H. Cooper, der an Bord des über der Area 51 abgestürzten Raumschiffs die Baupläne der Bundesanstalt für Milchforschung fand und sofort vernichtete. Unglücklicherweise war die Kopie schon gefaxt worden. [MIND UNDER CONSTRUCTION  ist nicht verantwortlich für den Inhalt extern verlinkter Seiten.]

2. Alle Architekten tragen rosa Unterwäsche.

3. Alle Architetkten planen hässliche Häuser, wohnen aber in schönen alten Katen, renovierten Wassertürmen oder ähnlichen historische Kulturgütern. In den Statuten der (ansonsten verabscheuungswürdigen) Klimbims findet sich daher folgende Passage:

„Wenn die große Revolution kommt, werden alle Architekten mitsamt ihren Familien interniert. Dazu werden zwei besonders hässliche Megahochhäuser in Frankfurt oder Offenbach in Wohnanlagen umgebaut und die Insassen ausschließlich in Wohnungen untergebracht, aus deren Fenster sie das jeweils andere Gebäude sehen. Die mittlerweile befreite Welt, in der glückliche Menschen in Hausbooten, Baumhäusern und organischen Wohnpilzen ein Leben im Einklang mit sich und der Natur führen, ist für die Insassen nicht sichtbar. Nach zwei Monaten Sippenhaft dürfen die Familienmitglieder entscheiden, ob sie aus dem Internierungslager ausziehen wollen oder nicht, während die Optikverbrecher lebenslang büßen müssen. Dafür kämpfen wir.“

Eine besonders perfide Form der Fiktion sowie des Selbstentwurfs. Hier wird dem Rezipienten weisgemacht, man habe zwar alles erfunden, dieses sei aber dem eigenen Wesenskern (oder so ähnlich) bzw. dem Individuum entsprungen (siehe auch: Realität). Mit parallelsemiotischen Werkzeugen schnell durchschaut, bleibt die Authentizität nicht mehr als ein höchstens körperwarmer n-ter Aufguss des goethezeitlichen Geniekonzepts. Dennoch erfreut sie sich - als Maßstab an jeweils andere Personen - größter Beliebtheit.

Siehe auch: Glaubwürdigkeit.