Rezept für einen Single-Haushalt

 

Man nehme

  • eine halbe Portion alte Nudeln (vom Vortag) und
  • einen Rest gekochter Kartoffeln (vom Vor-Vortag)

oder umgekehrt und vermenge sie mit

  • hartem Brot und
  • ein bis zwei matschigen Tomaten

in einem benutzten Kochtopf, (z.B. dem, in dem die Kartoffeln aufbewahrt wurden), bis alle Zutaten in einer unförmigen Masse zusammengeklebt sind. Dann gebe man

  • etwas ranziges Öl oder anderes Fett

in eine schmuddelige Auflaufform und breite die Masse darin aus.

  • Gewürze und weitere Zutaten

kratze man nach Bedarf von der versparkten Küchentischplatte und füge sie dem unansehnlichen Etwas in der Auflaufform hinzu. Anschließend hole man

  • schon ziemlich widerlich ausehende Hackfleischreste
  • ein vor zwei Jahren abgelaufenes Glas Remoulade
  • eine eklige Dämpfe absondernde halb aufgebrauchte Dose Fisch und
  • das Ding, das nicht sein soll (den seit ewigen Zeiten vor sich hingärenden  käseähnlichen Glops, der den Olfaktorien der Hölle zu entstammen scheint, der durch seine bloße Präsenz Wahnsinn und Verzweiflung – bitterste Verzweiflung! – verbreitet und der sich ganz offenbar die Vernichtung der menschlichen Rasse zum Ziel gesetzt hat)

aus dem vollgemüllten Kühlschrank und werfe alles (vorsichtshalber mit Verpackung) aus gebührendem Sicherheitsabstand in die Auflaufform. Mit

  • weiteren Küchenabfällen

garnieren. Dann die Form in den kalten Backofen stellen (trotzdem Schutzhandschuhe tragen!) und

  • eine alte Fliegerbombe aus dem Vorgarten

mit in den Ofen stellen. (Sollte keine Bombe vorhanden sein oder die Backofentür dann nicht mehr richtig schließen, kann man stattdessen 2 kg Kupferacetylid verwenden.) Als Ofentemperatur wähle man mindestens 220° (Gas: Stufe 6). Anschließend Küche, Wohnung und Stadt verlassen und sich an einem anderen Wohnort ein (neues) soziales Umfeld aufbauen.

 

Anmerkung: Sämtliche hier zu lesenden Rezuepte werden von der MIND UNDER CONSTRUCTION-Redaktion bei ihrer mittwochnachmittäglichen Kochsession ausprobiert unf ggf. verfeinert. Im Internet kursieren etwa unter dem Titel "Apokalypse bald", "Das namenlose Grauen" o.ä. Varianten dieses Rezepts, die teilweise auf den Explosivstoff verzichten. Es handelt sich dabei um billige Plagiate - das Original ist der "Befreiungsschlag".