Du hast mir was genommen, das ich mehr als nur vermisse
Nun bröckelt die Fassade und das Fundament kriegt Risse
Dabei hatt'st du mich so schön aufgebaut, grundsaniert und entkernt
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Bist abgezogen mit nem Haufen Gold und Diamanten
Und hast dich einquartiert bei gemeinsamen Bekannten
Du hast dich selbst hinters Licht geführt, doch es nicht so, dass wir da so verschieden wärn
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Du lässt mich nach deiner Pfeife tanzen, schubst mich durch die Gegend
Auch wenn du mich beschimpfst, ist das nicht gerade weltbewegend
Ist schon o.k., wenn du das brauchst, ich will mich nicht beschwern
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Jede Nacht, wenn's dunkel wird, melden sich die Stimmen
Und stören die Erinnerung und mein Ego kommt ins Schwimmen
Es hat keinen Sinn dagen anzuplärrn
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Nebel beschleicht die Stadt, ich les' chinesische Gedichte
Der böse Teufel Alkohol hofft, dass ich mich vernichte
Ich frag mich allen Ernstes: Wer würd sich darum schern?
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Auf dem Tisch die Reste von längst verwelkten Rosen
Wer näht mir nun die Flicken auf meine aufgetragnen Hosen?
Es war nicht immer harmonisch, sogar oft käftezehr'nd
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Ich sitze rum und suche nach Gesichtern an den Wänden
Hast mich nicht mal gebeten, dir die Briefe nachzusenden
Das wär nicht mal'n Problem für mich, ich mach das wirklich gern
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

Deine Abschiedsworte, die hab ich nur gelesen:
Ich such mir einen Straßenkehrer mit einem großen Besen -
Ist ja schon gut, ich hab's verstanden, hab die Lektion gelernt
Ich komm dir immer näher, doch bin noch tausend Meilen entfernt.

02/2017